Urlaub in Corona-Zeiten?

Von Café Meins05.03.2021

Flip-Flops und Maske: Kommt hier etwas zusammen, dass nicht zusammen gehört? Uraub in Corona-Zeiten, gerade im Ausland, ist stark umstritten.

Ach, wie sehr sehnen wir uns alle danach, endlich mal wieder die Segel zu setzen und auf zu neuen Reise-Ufern aufzubrechen! Doch Urlaub in Corona-Zeiten ist nicht das, was es mal war. Überall, auch in der Redaktion, wir das Thema heiß diskutiert. Was denkt ihr darüber: Urlaub trotz Pandemie ist in Ordnung oder egoisitisch?

„Ich habe mich nirgends so sicher gefühlt, wie auf La Palma“

Celia Wolgast (53) findet: Um der Kälte zu entfliehen bin ich im Januar mit meinem Freund für ein paar Wochen nach La Palma geflogen. So wie jedes Jahr. Natürlich hatten wir erst Skrupel, trotz Corona-Zeiten in den Urlaub zu fliegen. Als wir mit unserer langjährigens Vermieterin telefonierten, um unsere kleine Wohnung über dem Atlantik klarzumachen, waren die Kanaren noch kein Risikogebiet. Die Einreisebedingun- gen erforderten einen Test, den man bei der spanischen Gesundheitsbehörde hochladen musste. Nur mit dem dazugehörigen QR-Code kommt man überhaupt auf die Insel. Das schien mir alles ziemlich sicher, zumal die Fallzahlen auf La Palma nie höher als 30 aktive Fälle waren. Mitte Dezember wurden dann alle Kanaren zum Risikogebiet erklärt, weil auf Teneriffa die Zahlen gestiegen waren. Unsere Vermieterin bestätigte uns aber am Telefon, dass alle Sicherheitsvorkehrungen strikt befolgt würden.

Ich habe mich nie so sicher gefühlt wie auf La Palma! Für meine Seele war dieser Urlaub Balsam – das Leben fühlte sich mal wieder normal an, und die langen Tage mit Licht und Wärme taten ihr Übriges! Ich würde wieder verreisen, wenn es irgendwie machbar wäre – allerdings nicht an Orte, wo viele Touristen sind. Man muss sich eben strikt an alle Regeln halten und die erforderlichen Tests machen – ich hoffe, dass der erleichterte Zugang zu Schnelltests demnächst alles etwas einfacher machen wird.

„Kein Corona-Urlaub heißt Verantwortung zu übernehmen“

Anke Gappel (66) schreibt: Momentan steige ich auf keinen Fall in den Flieger – und auch in absehbarer Zeit nicht. Denn die Situation ist durch die Virus-Mutationen, z. B. die englische Mutante B117, noch gefährlicher geworden. Einerseits sind Schulen, Kitas, die Gastronomie und der Einzelhandel weitersgehend geschlossen, was für alle Betroffenen und die Wirtschaft eine riesige Belastung ist – andererseits wollen wir in der Weltgeschichte herumgondeln und den Corona-Varianten Tür und Tor öffnen? Wie passt das denn zusammen?! Ich finde es sehr egoistisch, wenn Menschen, die daheimbleiben und nicht verreisen, dadurch einer größeren Ansteckungsgefahr ausgesetzt werden.

Ich möchte die Pandemie auch zum Anlass nehmen, darüber nachzudenken: Soll nach Corona wirklich alles wieder so sein, wie es vorher war? Höher, schneller, weiter – dreimal im Jahr einen Urlaubsflug buchen: nach Mallorca, Bali oder gar Australien? Dazu Städte-Trips nach Paris oder Rom? Eine Kreuzfahrt ins Amazonasgebiet oder in die Antarktis? Und das alles auf Kosten der Umwelt, der Gesundheit und des Klimaschutzes? Mein Entschluss: Ich möchte nicht nur darüber reden, sondern es jetzt auch umsetzen. Lasst uns gemeinsam alles tun, um die so mühsam erreichten niedrigeren Inzidenzzahlen nicht wieder in die Höhe schnellen zu lassen. Damit wir möglichst bald sagen können: B117 & Co. – ihr seid absolute Nullnummern!

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