Meins-Aufreger: Das Grauen namens… – Café Meins

Meins-Aufreger: Das Grauen namens...

Von admin23.04.2019Blog1 Kommentare
... Voicemails! Meins-Autorin Angi Brinkmann, 52, findet: Gesendete Sprachnachrichten kommen einfach immer zum falschen Zeitpunkt. Ich mag es, wenn Leute mit­einander sprechen. Von daher sind Sprachmemos grundsätzlich eine feine Idee. Das hat so was Echtes: Ich erkenne am Tonfall die Stimmungslage, den Spaßfaktor und auch Ironie, Missverständnisse sind nahe­ zu ausgeschlossen, und alles geht ganz schnell, weil ich so eine Nach­richt jederzeit aufnehmen kann, viel schneller als zu tippen. Jetzt kommt das große ABER: Warum telefonieren wir dann eigent­lich nicht direkt? Denn das Abhören dieser Messages ist ein Graus! Es passt seltenst und ist immer, immer zu laut. Das liegt an all den Granaten, die gern ihre Stimme losschicken, aber keine Ahnung haben, wie’s richtig geht.

Ehe ich das Handy am Ohr hab', plärrt der Absender schon los...

Kennen Sie den Typ Draufquatscher, der so cool nebenbei textet? Der dich beim Möhrenknabbern oder Spülmaschine­ ausräumen in seinen Alltag einbaut? Bei den Nebengeräuschen fliegt dir das Ohr weg. Oder meine Multitasking­-Freundinnen, die aus dem Auto kurz nachfragen, wie es geht. Die brül­len in ihre Freisprechanlage, als säßen sie in einer leeren Öltonne auf dem Meeresgrund. Da gibt’s den Tinnitus direkt dazu. Der Gipfel meiner Tole­ranz wird allerdings von alten Män­nern überschritten, die stolz smartphonemäßig up to date sind. Dieser Typ hält das Teil eine Ellenlänge von seinem Mund entfernt und brüllt: „DUUU, ich kann hier nicht telefonieren, ich melde mich spääähäääter.“ Die denken wahrscheinlich, sie müssten so laut rufen, weil der Adressat ja weit weg ist. Nein, ihr Spezialisten, die Stimm­übermittlung funktioniert prima. Das mit den zwei Konservendosen und der Schnur dazwischen war früher.
Blöd wird’s, wenn es Ihnen wie mir geht: Ich drücke auf das kleine Play­-Pfeil­chen, und bis ich mein Telefon hoch­ reißen kann, plärrt der Absender schon los. Ich bin dann so erschro­cken, dass mir das Ding gern mal aus der Hand gleitet und völlig führungslos weiter krakeelt. Ehe ich wild fuch­telnd die Pausentaste treffe, zeigen mir alle drum herum den Vogel. Zu Recht! Das Problem ist: Voicemails sind praktisch gedacht, aber die Praxis beherrschen die wenigsten. Irgendwie finde ich Tippen dann doch gut – es ist wenigstens so schön leise...