Interview: Karine Lambert – Café Meins

Interview: Karine Lambert

Was uns Frauen 50 Plus Mut macht, ist, wenn es andere tolle Frauen gibt, die sich nochmal spät neu erfinden. So wie Autorin Karine Lambert, die wir exklusiv zum Interview getroffen haben.

Sie kam selbst erst spät zum Schreiben. Vielleicht ein Grund, warum die Protagonisten der belgischen Erfolgsautorin auch gern 50 bis 70+ sind. Wie in ihrem romantischen Bestseller „Und jetzt lass uns tanzen“. Da beschreibt Karine Lambert sehr sensibel ein Paar, das sich erst im reifen Alter zu seinen Gefühlen bekennt. Auch in ihrem neuen Buch „Der unsichtbare Garten“ schaut sie ihrem Romanhelden tief in die Seele. Wir sprachen mit Karine Lambert, 62, im Interview über den Glauben an die Hoffnung und warum es nie zu spät ist, sich seine Träume zu erfüllen.

MEINS: Liebe Karine, Vincent, der Romanheld in deinem neuen Buch, droht zu erblinden. Woher stammt die Idee zu diesem schwierigen Thema?

Karine Lambert: Ich traf einen Mann, der hatte sein Augenlicht innerhalb von 24 Stunden verloren. Er erzählte, dass er heute glücklicher sei als vorher. So war die Idee für meinen neuen Roman geboren.

MEINS: Es ist ein Buch, das Mut und Hoffnung geben soll …

Karine Lambert: Das sollen alle meine Bücher! Mich fasziniert immer wieder, wie es Menschen trotz ihrer Zerbrechlichkeit gelingt, sich im Unglück immer wieder neu zu erfinden. Alles ist möglich – auch die Liebe!

„Liebe ist zeitlos. Sie hat kein Alter und keine Falten!“

MEINS: Ist Liebe eine Frage des Alters?

Karine Lambert: Liebe ist absolut zeitlos, sie hat kein Alter und keine
Falten. Bis zum Schluss kann alles passieren, das Beste sowieso!

MEINS: Dann können wir sogar noch mit 70+ neu durchstarten?

Karine Lambert: Aber sicher! Jeder Tag birgt die Chance aufzuwachen, einen neuen Weg einzuschlagen, sich einen Traum zu erfüllen. Zu lieben!

MEINS: Du warst über 50, als du mit dem Schreiben angefangen hast. Wie kamst du dazu?

Karine Lambert: Als ich acht Jahre alt war, las ich „Sophie und andere Katastrophen“ von der Gräfin de Ségur. Ich wollte so werden wie diese tolle Frau. Lustig ist, dass sie auch fast im Großmutter-Alter war, als sie dieses Buch schrieb.

MEINS: Wer unterstützt dich beim Schreiben?

Karine Lambert: Ach, so viele! Meine Kinder, Freunde, ein glücklicher erster Leser, mein Lektor. Ich brauche einen ganzen großen Bus voll Unterstützer, um so erfolgreich zu sein. Eine Primaballerina, ein Zoowärter, ein 100 Jahre alter Baum. Ich brauche ein riesiges Spielzimmer, muss meine Emotionen sortieren, beim Schreiben alle Leben leben, die ich selbst nicht leben werde.

MEINS: Eine Krise, wie z. B. Corona, kann vieles auslösen. Was wirst du aus dieser Zeit mitnehmen?

Karine Lambert: Wie kostbar das Leben ist, die Solidarität der Menschen untereinander. Beides wichtige Themen in meinen Romanen.

MEINS: Karine, wenn du drei Wünsche frei hättest…

Karine Lambert: …wären das Frieden für die Ökosysteme, Frieden für die Länder, in denen Krieg herrscht, innerer Frieden für jeden Menschen. Und diese drei münden in meinen absoluten, vierten Herzenswunsch: Harmonie!

Das Buch zum Interview mit Karine Lambert: Vincent wird erblinden – und findet einen Weg zu neuen Farben. Und der Liebe? „Der unsichtbare Garten“, Diana, 18 €