Interview: Carla Berling – Café Meins

Interview: Carla Berling

Von Café Meins27.07.2020

Ihre Bücher sind wahre Humor-Kracher – mit Romanheldinnen, die wahre Stehauf-Frauen sind. Kein Wunder, denn auch die Autorin ist eine von ihnen. Im Interview erzählt uns Carla Berling wieso…

Arbeitslosigkeit, Schulden, eine schmerzhafte Hauterkrankung: Carla Berling, 60, hat in ihrem Leben viel Schatten erlebt. Aber darüber stets die Sonne entdeckt. Weil sie nie den Humor verlor – und den Traum vom Schreiben. Gerade hat sie einen neuen Bestseller veröffentlicht. Einen, der uns wieder riesig viel Spaß macht.

MEINS: Carla, in Ihrem neuen Roman „Klammerblues um zwölf“ geht’s hoch her, obwohl der Anlass doch eher ein trauriger ist …

Carla Berling: Ja, total! Fee trauert um ihren überraschend verstorbenen Gatten. Sie verliert alles, was ihr Leben ausmachte: Partner, Job, Alltag – und ihre Figur. Manchmal muss man Fee ordentlich schütteln, bevor sie über den Tellerrand guckt und die Kraft findet, aus dem Tief herauszukommen. „Ja, aber …“, „Nein, weil …“ und „Früher …“ lauten ihre Satzanfänge, die natürlich alles boykottieren.

MEINS: Wie kommen Sie auf all die (lebens)lustigen Ideen?

Carla Berling: Ich beobachte die Menschen, interessiere mich für ihre Geschichten und kann mich auf sie einlassen. Ich schaue hinter die Fassaden und höre, was sie mir zwischen den Zeilen erzählen. Und dann mische ich Wahrheit mit Fantasie.

Mit 60 beginnt das beste Drittel!

MEINS: Fee ist 57. Ein gutes Alter, um sich noch mal etwas zu trauen?

Carla Berling: Natürlich! Ich bin gerade 60 geworden, nun beginnt der dritte Akt, die Krönung. In diesem Alter haben wir alle unser Paket zu tragen, das können wir nicht mehr ändern, wir haben es aber in der Hand, wie wir damit umgehen.

MEINS: Carla, Ihr Start ins Berufsleben war eher holperig …

Carla Berling: Sagen wir so: Mein ganzes Leben war holperig, voll heftiger Wendungen und Dramen. Aber ich habe sie überlebt, das hat mich stark gemacht, weil ich gelernt habe, dass ich mich auf mich verlassen kann.

MEINS: Und auf wen sonst noch?

Carla Berling: Mein Humor ist echt nicht kleinzukriegen. Den größten Halt geben mir aber meine Söhne, gab mir deren verstorbener Vater und gibt mir mein zweiter Mann Martin.

MEINS: Trotzdem mussten Sie auch immer wieder mit Krankheiten kämpfen. Die Psyche lässt sich nicht so leicht austricksen, oder?

Carla Berling: Das stimmt leider. Zum Teil hat man seine Gesundheit selbst in der Hand. Wir entscheiden, was wir essen und wie viel, ob wir uns bewegen, ob wir rauchen. Manches muss man hinnehmen und aushalten.

MEINS: Nach 20 Jahren war endlich alles gut, Ihre Bücher stehen ganz oben auf den Bestseller-Listen …

Carla Berling: Ja, aber ohne die harte Schule und meinen Hunger nach Anerkennung hätte ich vielleicht nicht so unermüdlich gekämpft und wäre nicht so weit gekommen.

MEINS: „Verliere nie deine Träume!“ – Ihr Lebensmotto?

Carla Berling: Ja, und der Konfuzius-Spruch: „Wenn dir ein Vogel aufs Hemd kackt, ärgere dich nicht. Freue dich, dass Kühe nicht fliegen können.“

Das Buch zum Interview mit Carla Berling

Plötzlich ist Fee Witwe und versinkt in Tristesse. Bis es ihr gelingt, Mops sei Dank, endlich alte Zöpfe abzuschneiden. Mehr Infos plus Leseprobe findet ihr hier: „Klammerblues um zwölf“ (Heyne, 9,99 €)

Und Ladies, es kommt noch besser! In unserer Vorteilswelt stellt Carla Berling ihr Buch im Rahmen einer exklusiven und privaten Online-Lesung vor. Juhu!

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