Top oder Flop: Hundeführerschein

Von Café Meins30.06.2021

Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen, in denen Hund und Mensch aneinandergeraten. Nicht immer geht es gut aus. Einige Bundesländer führen deshalb jetzt einen Hundeführerschein ein. Was denkt ihr darüber?

Nach mehreren schweren Angriffen von Hunden muss in Niedersachsen jetzt jeder Hundehalter in einer Prüfung nachweisen, dass er mit seinem Hund umgehen kann. Auch Baden-Württemberg führt aktuell einen solchen Hundeführerschein ein, andere Bundesländer wollen nachziehen.

Heute laden wir zur Diskussion und stellen euch zwei Meinungen – pro und kontra – vor. Auch auf unserem Instagram-Kanal @generation_wow haben wir nach eurer Ansicht gefragt. 84 Prozent von euch stimmten vorab für „Unbedingt, es sollte einen Hundeführerschein geben!“. Und wie ist die Stimmung hier unter euch?

„Mich nerven diese ewigen Maßregelungen“

Sabine (55) denkt: Solche Vorfälle, bei denen Hunde Menschen beißen, sind schlimm. Und nicht jeder hat das Händchen, einen Hund so zu halten, dass nichts schiefgeht. Unsere Hirtenhunde waren alle unerziehbar, haben gebettelt und sind im Wald verschwunden. Weil ich sie in der Natur von der freien Leine ließ.

Ich weiß, ich mache mich jetzt unbe­liebt: Hunde gehören genauso auf diese Welt wie wir. Sie können schneller laufen, höher springen, laut bellen und sollen das bitte auch dürfen. Mich nerven diese ewigen Maßregelungen und Auflagen. Hundehalter zahlen Steuern, Ablöse in Tierheimen, die übrigens voll sind mit armen Seelen, die darauf warten, erlöst zu werden. Man wird auf Mark und Bein geprüft, ob das Tier es bei einem auch gut haben wird. Für Fehl­verhalten und Folgeschäden gibt es das Strafgesetz! Und nun noch eine Hürde? Das wird viele abhalten, ein Tier aufzunehmen, Omis und Opis werden das nicht wuppen. Verlieren wir den natürlichen Umgang miteinander? Was für Ausweise müssen wir bald denn noch alles habe, wenn wir vor die Tür wollen? Mein Vorschlag: ein Training „Tiere verstehen“, und zwar für alle!

„Ja, zum Hundeführerschein! Sonst kann es gefährlich werden“

Marion (46) findet: Fast ein Jahr ist es her, dass meine 13-jährige Tochter blutend vor unserer Haustür stand. Der Nachbarshund hatte sie angegriffen, sie schwer am Arm verletzt. Die Wunden am Arm verheilen langsam, doch viel schlimmer als die körperlichen sind die seelischen Narben. Melanie ist seit dem Tag nicht mehr zur Schule gegangen. Der Angriff hat sie schwer traumatisiert und seelisch zerstört. Mich als Mutter auch.

Ich bin selbst Tierliebhaberin und Hundebesitzerin. Deshalb weiß ich, dass Hunde eine strenge, konsequente, aber auch liebevolle Erziehung brauchen. Ich habe mich damals schon vor dem Kauf des ersten Hundes in einer Hundeschule ausbilden lassen. Man sollte sich vor dem Anschaffen eines Hundes bewusst sein, welche Forderungen eine bestimmte Rasse stellt. Manche Hundebesitzer werden ihren Tieren dabei aber einfach nicht gerecht. Und wozu das dann führen kann, mussten wir auf schreckliche Weise am eigenen Leib erfahren. Solche Angriffe wie der auf meine Toch­ter würden mit einer Hundeführerschein­ Pflicht viel seltener vorkommen, deshalb brauchen wir dringend so eine Pflicht.

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