Fahrtauglichkeitstest für Rentner?

Von Café Meins01.05.2021

Heute bringen wir ein Thema auf den Tisch, das seit Jahren die Gemüter erhitzt. Es geht um Auto fahren im Alter – und die Option einen Fahrtauglichkeitstest als Rentner machen zu müssen

Fahren mit 70plus – ist das eine wohlverdiente Freiheit oder eine Gefahr für die Mitmenschen? Eine finale Einigung gibt es in der Politik bisher nicht. Und das, obwohl wir seit so vielen Jahren immer wieder hitzig über das Thema sprechen. Heute stelle ich euch zwei Köpfe mit zwei Meinungen vor. Vor allem aber interessiert mich: Was denkst Du darüber? Ich bin so gespannt auf Deinen Kommentar!

„Ein Fahrtauglichkeitstest für Rentner ist Altersdiskriminierung!“

Elke (81), Rentnerin, denkt: Erst kürzlich habe ich mir ein neues Auto angeschafft – ein Elektro-Auto. „In deinem Alter?“, konnte ich mir daraufhin anhören. Als wäre ich nicht mehr in der Lage, mich umzugewöhnen. Ganz erhlich, ich habe Benzin im Blut. Ich liebe es, Auto zu fahren. Meinen Führerschein habe ich erst mit 39 gemacht – den Lappen in den Händen zu hal- ten war neben der Geburt meiner Tochter das schönste Erlebnis überhaupt. Der Führerschein bedeutet mir Freiheit. Freiheit, die ich noch nicht aufgeben möchte. Dass immer wieder über einen verpflichtenden Fahrtauglichkeitstest für Rentner diskutiert wird, grenzt meiner Meinung nach an Altersdiskriminierung. Ich sehe es so: Wir haben sehr viel Fahrpraxis und fahren besonnen. Statistisch gesehen haben 18- bis 24-Jährige Verkehrsteilnehmer das höchste Unfallrisiko – wenig Erfahrung, viel Selbstüberschätzung.

Auch Alkohol am Steuer ist eher ein Problem der Jüngeren, genauso wie zu schnelles Fahren. Klar, wenn die Augen schlechter werden oder das Reaktionsvermögen nachlässt, dann ist das eine Gefahr. Aber man darf doch nicht alle Senioren über einen Kamm scheren. Ich setze da auf Eigenverantwortung – statt auf Pflicht. Jeder sollte seine Fitness und Fähigkeiten im Straßenverkehr immer wieder überprüfen. Auch regelmäßige Besuch beim Augenarzt sind für mich selbstverständlich. Und Eigenverantwortung heißt auch, ich gebe den Führerschein ab, wenn ich nicht mehr sicher fahre. Das steht fest.

„Ein Auto ist eine Waffe. Mein kleiner Cousin starb deshalb“

Selin (21), Studentin, findet: Nach Angaben des Innenministeriums ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle, verursacht durch Senioren, dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,1 Prozent gestiegen. Und unsere Gesellschaft wird immer älter. Ein Mensch, der durch so einen Unfall viel zu früh verstorben ist, war mein kleiner Cousin. Ein 87-jähriger Rentner hatte eine rote Ampel übersehen und ihn überfahren. Er wurde nur vier Jahre alt. Wir können das nicht ungeschehen machen. Wir können ihn nicht mehr zurückholen. Aber wir können verhindern, dass anderen Familien dasselbe passiert. Deshalb haben wir eine Petition gestartet: „Verpflichtende Tauglichkeitsprüfung ab 65 Jahren“.

Wir wollen gar nicht, dass man pauschal im Alter seinen Führerschein abgeben muss. Aber biologisch bedingt nehmen bestimmte Seh- und Reaktionsfähigkeiten im Alter nun mal leider ab. In diesem konkreten Fall kann man ein Auto mit einer Waffe vergleichen. Und mit jeder Waffe muss man umgehen können. Viele ältere Menschen sehen nicht ein, dass sie nicht mehr fahrtauglich sind. Deshalb ist es so wichtig, das regelmäßig unabhängig zu überprüfen – sei es durch Seh- oder Reaktionstests. In solchen Fällen, bei denen die Fahrtüchtigkeit nicht mehr gegeben ist, müsste dann auch rigoros die Fahrerlaubnis dauerhaft entzogen werden. Sonst muss die Politik noch mehr unnötige Tote, unter ihnen viele Kinder, verantworten.

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