Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal?

Von Café Meins04.02.2021

Über dieses Thema redet gerade ganz Deutschland: Braucht es eine Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal? In der neuen MEINS haben wir euch gefragt, euch mitdiskutieren lassen. Jetzt stellen wir zwei ganz unterschiedliche Meinungen gegenüber

Egal, um was es geht, eine Pro- und eine Kontra-Seite lässt sich eigentlich immer finden. Und es ist ungemein spannend, welche individuellen und persönlichen Gründe für das ein oder das andere sprechen. Genau deshalb geben wir euch mit der neuen „Zoff“-Rubrik in MEINS jetzt eine Bühne. Es gibt kein richtig oder falsch. Vielmehr geht es darum, ein Verständnis für beide Seiten zu schaffen – und natürlich weiter fleißig mitzudiskutieren!

„Impfpflicht für Pflegepersonal? Unbedingt!“

Birgit (61) schreibt: Obwohl ich nichts von Zwang halte, finde ich, für Pfleger und Angestellte von Heimen und Krankenhäusern müsste es eine Impfpflicht geben. Sie sind es, die das Virus einschleppen. Das meine ich nicht böse. Nur ist es doch so, dass die Pfleger daheim in ihren Familien etc. ständig gefährdet sind, sich zu infizieren. Besucher sind ja seit Monaten gar nicht oder nur in Absprache und nach vorherigem Test gestattet. Mit einer Impfpflicht müsste man die kostbaren Impfdosen auch nicht mehr an Menschen jenseits der 90 vergeben. Man könnte schneller die Personen impfen, die jünger sind und sich täglich im öffentlichen Leben bewegen. Das wäre doch wesentlich sinnvoller.

Meine Familie ist von Corona hart betroffen. Meine an COPD erkrankte Schwägerin hat sich nach einem Herzinfarkt mit Corona infiziert und ist inzwischen – nach Beatmung und Luftröhrenschnitt – verstorben. Mein Stiefvater hat Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, bei seinem Krankenhausaufenthalt darf ihm niemand beistehen. Und auch eine meiner Tanten ist seit Monaten weitestgehend isoliert, weil sie in einem Wohnstift lebt. Aktuell gibt es dort auch schon wieder Corona-Fälle. Ich würde mich sofort impfen lassen, schon um meiner Mutter bei der Pflege ihres kranken Partners helfen zu können. Sie lässt aus Sorge um ihn niemanden ins Haus. Ich bin dafür, dass Pflegekräfte geimpft werden!

„Nein! Ich entscheide über meinen Körper“

Andrea (39) findet: Seit den 90er-Jahren wird an RNA-Impfstoffen geforscht. Trotzdem gab es offenbar immer gute Gründe, sie nicht zulassen. Eine Hürde unter vielen war, dass diese Impfstoffe übermäßige Immunreaktionen auslösen können. Es macht mich stutzig, dass plötzlich alle Hindernisse beseitigt sein sollen.

Da ich selbst Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege bin, weiß ich, dass vieles in der Medizin vor allem des Geldes wegen getan wird, nicht unbedingt, um Menschen gesund zu machen. Da Corona nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung gefährlich werden kann und ich nicht zu dieser Gruppe gehöre, gibt es für mich auch keinen Grund, mir einen Impfstoff geben zu lassen, der anscheinend noch nicht richtig erforscht ist. Langzeitstudien dazu gibt es nicht. Ich bin gegen die üblichen Krankheiten geimpft, aber noch nie habe ich mich etwa gegen die Grippe impfen lassen, obwohl ich im Krankenhaus mit solchen Viren in Berührung kommen könnte. Die Nutzen-Risiko-Abwägung scheint mir nicht verhältnis- mäßig. Ein weiterer Punkt, der mich stutzig macht, ist die einseitige Berichterstattung der Medien zu dem Thema. Normalerweise gibt es immer eine öffentliche Diskussion, jetzt ist sie nicht gewollt. Warum? Ausschlaggebend aber für mich ist: Ich möchte selbst entscheiden, was ich meinem Körper zuführe. Da ein Restrisiko immer bleibt, ist der Nutzen dieser Impfung für mich nicht gegeben. Man bedenke, dass weit mehr Menschen Corona gut überstanden haben, als gestorben sind.

Wie denkst Du über eine Impfpflicht für das Pflegepersonal? Was regt Dich aktuell richtig auf – und willst Du unbedingt mal in unserer Lieblingszeitschrift und hier diskutieren? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar!

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