Beauty-Eingriffe im Lockdown?

Von Café Meins26.04.2021

Dieses Thema ist eins der großen Gewinner in der Krise: Beauty-Eingriffe im Lockdown boomen regelrecht. Nachvollziehbar – oder etwas, von dem man sowieso die Finger lassen sollte?

Beauty-Eingriffe sind ohnehin ein schwieriges Thema, das seit vielen Jahren kontrovers diskutiert wird und scheinbar nie aus der Mode kommt. Doch gerade in der derzeitigen Situation ist die Nachfrage rasant gestiegen. Besonders beliebt ist die Straffung der Augenpartien. Zwei MEINS-Leserinnen erzählen hier, was sie davon halten. Was denkst Du: Sind Beauty-Eingriffe im Lockdown verständlich oder gar eine gute Idee? Ich freue mich auf Deine Meinung!

„Warum denn nicht? Ich fühle mich so wohler!“

Birthe (50), Inhaberin einer Agentur, findet: Es gibt viele Frauen, die ihre Beauty-Eingriffe verschweigen oder sogar leugnen: „Nee, ich habe doch nichts machen lassen“, heißt es dann. Ich gehöre nicht dazu. Ich stehe offen zu meinen kleinen Schönheit-Treatments. Seit zehn Jahren lasse ich mir regelmäßig Botox gegen eine Querfalte auf der Stirn und die typischen Müdigkeitserscheinungen spritzen. Ein-, zweimal im Jahr auch Hyaluron. Warum auch nicht? Ich fühle mich damit sehr wohl. Und als ich meinen etwa 30-jährigen Nachbarinnen erzählte, wie alt ich bin, sind die fast hintenübergekippt – sie haben mich locker zehn Jahre jünger geschätzt. Das geht mir regelmäßig so und ist natürlich ein tolles Gefühl.

Meine Cousine ist plastische Chirurgin und hat eine eigene Praxis, in der sie auch im Lockdown Beauty-Eingriffe anbietet. Durch sie weiß ich, dass Schönheits-Treatments vollkommen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Gerade jetzt boomen sie. Viele nutzen die Zeit des Lockdowns nämlich für kleinere, aber auch größere Eingriffe. Jetzt sitzen wir schließlich alle zu Hause, und etwaige Schwellungen etc. nach der OP können in Ruhe verheilen. Ich finde das total okay. Wenn man sich nicht wohlfühlt mit bestimmten Dingen, dann sollte man sie ändern. Das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Und wenn jemand meine kleinen Beauty-Eingriffe kritisiert, prallt das an mir ab. Mit 50 bin ich schließlich selbstbewusst genug, um zu wissen, was mir guttut.

„Jede Falte ist Zeugnis meiner Geschichte“

Jana (62), Schauspielerin, schreibt: Ob in den sozialen Medien, im TV oder in Magazin – tagtäglich werden wir mit Bildern ewiger Jugend konfrontiert. Ich gebe zu, diese scheinbar alterslosen Frauen ohne Falten, ohne Makel können verunsichern. Ich verurteile niemanden, der diesem Ideal mithilfe von Eingriffen nacheifert, habe aber für mich entschieden, in Würde zu altern. Ich finde, das Gesicht sollte ein Spiegel sein, ein Abbild des Lebens mit all seinen Höhen und Tiefen, geprägt von Leid, Glück, Schmerz und Freude. Mich halten gesunde, intuitive Ernährung, Sport und soziale Kontakte jung – und UV-Strahlung meide ich seit Jahren.

Was nützt mir eine faltenfreie Stirn, wenn ich sie nicht mehr bewegen kann? Das wäre für mich als Schauspielerin eine Katastrophe. Mit Botox behandelte Gesichter sehen oft starr und irgendwie gleich aus. Ich sehe auch die Gefahr, dass Eingriffe süchtig machen können –die Wahrnehmung verändert sich mit jedem Eingriff. Meine Tochter zum Beispiel hat ihr Leben lang von größeren Brüsten geträumt. Ihre OP ist sechs Monate her, nun hat sie den nächsten Makel an sich entdeckt, von dem vorher nie die Rede war. Dass wahre Schönheit von innen nach außen strahlt, ist kein Geheimnis. Durch meine Lebenserfahrung bin ich gewachsen – von einer Märchenprinzessin zur gereiften Königin. Jede einzelne Falte ist Zeugnis meiner persönliche Geschichte, und die lege ich gern offen.

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